Hunger und Globalisierung

Hunger und Globalisierung

Im Juni 2005 hat die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) aus Mitteln des Jubiläumsfonds die Finanzierung eines Projekts des Forschungsfeldes Wirtschafts- und Sozialgeschichte (an der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik der Universität Innsbruck) zum Thema „Globalisierung des Hungers? Globale Ungleichheit in historischer Perspektive“ bewilligt, das nun vom Oktober 2005 bis zum September 2007 von u:m Mitglied Andreas Exenberger bearbeitet wird.

Das Projekt schließt auch an frühere Forschungsarbeiten von Josef Nussbaumer an (siehe Link Katastrophengeschichte) und wird durch den Vergleich der beiden Globalisierungswellen im 19. und im 20. Jahrhundert der Frage nachgehen, in welcher Weise Globalisierungstendenzen Ungleichheiten fördern oder mildern.

In einer ersten Annäherung an diese Frage wird eine besonders gravierende und unmittelbar lebensbedrohende Form der Ungleichheit, der Hunger, analysiert. Denn so sehr Globalisierierung einerseits durch Verbilligung und Beschleunigung des Transports Nahrungsmittel besser und schneller verfügbar macht, so sehr trägt sie auf der anderen Seite dazu bei, lokale Produktion (und damit Existenzsicherung) durch die Konkurrenz vom Weltmarkt zu verdrängen. Das Thema gewinnt gerade dadurch besondere Aktualität, dass die Vereinten Nationen sich im Rahmen der im Jahr 2000 verabschiedenten „Millenniumsentwicklungsziele“ als oberstes Ziel (wieder einmal) die Bekämpfung des Hungers auf ihre Fahnen geschrieben haben. Im September 2005 wird hier eine (wenig ermutigende) Zwischenbilanz vorgelegt.

Die Analyse von anderen Arten der Ungleichheit und insbesondere der Armut sollen dann in einer zweiten Annäherung noch ein breiteres Bild zur Einordnung der Erkenntnisse liefern.

Weiterführende Links:
zum Projekt
Katastrophengeschichte
Forschungsfeld Wirtschafts- und Sozialgeschichte