FFG Projekt Sozialroutenplan

Der Sozialroutenplan für Westösterreich

Ein Projekt, dass uns als Verein natürlich sehr am Herzen liegt. Die Ideen einen Sozialroutenplan für ganz Westösterreich zu ermöglichen und diesen dann in eine digitale Form zu bringen, wäre eine tolle Erweiterung. Wir freuen uns auf eine spannende Zusammenarbeit in den nächsten 3 Jahren mit den Sozialeinrichtungen, IT-Partner*innen und wissenschaftlichen Partner*innen in Salzburg, Tirol und Vorarlberg.

Projekt:

Der Zugang zu sozialen Unterstützungsleistungen ist durch zahlreiche Hürden geprägt. Das erhöht für die Betroffenen die Gefahr der Mangelversorgung. Um dem zu begegnen, wollen wir in Tirol, Salzburg und Vorarlberg das in den Städten Innsbruck und Salzburg etablierte Instrument des „Sozialroutenplans“ auf neue, digitale Beine stellen. Dabei werden die betroffenen Menschen möglichst eng in den Entstehungsprozess eingebunden. Das Projekt läuft über drei Jahre und wird durch eine Förderung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ermöglicht.

„Unsere Vision besteht darin, dass alle daran interessierten Menschen die entwickelten digitalen Werkzeuge nutzen können, um sich über soziale Unterstützungsleistungen zu informieren. Das sollte idealerweise aus eigener Kraft möglich sein oder wenigstens durch die Unterstützung von Sozialeinrichtungen. Insgesamt sollen alle Personen, die eine entsprechende Unterstützung benötigen und Anspruch darauf haben, sie auch erhalten.“ Andreas Exenberger

©unicum:mensch, Gestaltung: Karin Berner      ©ifz Salzburg

Ausgangssituation

In Westösterreich sind mindestens 300.000 Menschen auf den Zugang zu sozialen Unterstützungsleistungen angewiesen. Das betrifft ganz unterschiedliche Menschen von der alleinerziehenden Mutter über Pflegebedürftige bis zu Menschen, die plötzlich ihren Job verlieren. Digitalisierung kann hier Ausgrenzung verstärken, aber auch Chancen bieten, wenn man sie richtig umsetzt. Beides wird durch die jüngsten Erfahrungen während der Covid-19-Pandemie noch unterstrichen.

Ziele

Aufgrund von bislang unzureichenden Antworten auf diese Herausforderung wurde für dieses Projekt ein Dreiländer-Konsortium aus fünf wissenschaftlichen Einrichtungen, drei IT-Unternehmen und 14 Sozialeinrichtungen gebildet. Es wird in einen integrierten und partizipativen Prozess zusammen mit potentiellen Userinnen und Usern eintreten, also Menschen, für die das Werkzeug schließlich gedacht ist. Dabei werden ein Service-Design-Thinking- und ein Service-User-Involvement-Ansatz kombiniert, um diese Lösung möglichst nahe an den Bedürfnissen der Betroffenen umzusetzen. 

Ergebnisse

Das Projekt strebt mehrere digitale Werkzeuge als Ergebnis an (offene Schnittstelle, mobile App, Web-Anwendung, etc.), durch die Personen, die soziale Unterstützungsleistungen brauchen, Informationen über Beratungsstellen, Angebote und Voraussetzungen sowie rechtliche Rahmenbedingungen in möglichst flexibler und niederschwelliger Form erhalten. Dabei sind Barrierefreiheit, Usability und Anti-Diskriminierung zentrale Grundprinzipien der Entwicklungsarbeit.

Vision

Am Ende dieses Projekts soll ein Best-Practice-Beispiel stehen, das ermöglicht, dass so viele Menschen wie möglich, die eine soziale Unterstützung benötigen und Anspruch darauf haben, sie auch erhalten. Es sollen Erkenntnisse über die Potentiale der Digitalisierung wachsen, damit diese bestmöglich ausgenutzt werden können. Es sollen aber auch Erkenntnisse über die Grenzen der Digitalisierung wachsen, damit wir besser verstehen, wie diese den Bedürfnissen der Betroffenen entsprechend verschoben werden können, jedoch auch, was sich nicht digitalisieren lässt, wenn man die Probleme nicht nur verwalten, sondern auch so gut wie möglich lösen will.

Eckdaten:

Ausschreibung

Laura Bassi 4.0, 2. Ausschreibung

Projektlaufzeit (von bis)

1.April 2021 bis 31. März 2024

Projektpartner*innen

Wissenschaft: Universität Innsbruck; Fachhochschule Vorarlberg; ifz Salzburg; MCI | Die Unternehmerische Hochschule®

IT-Branche: ICC Werbeagentur GmbH & Co KG; M-Pulso GmbH; Michael Holzknecht

Sozialeinrichtungen: AQUA Mühle Vorarlberg; Diakonie Flüchtlingsdienst (Salzburg); DOWAS für Frauen (Tirol); Frau & Arbeit (Salzburg); IFS Vorarlberg; Lebenshilfe Tirol; Offene Jugendarbeit Dornbirn; ÖZIV Tirol; Pro Mente Salzburg; Schuldenberatung Tirol; Verein für Obdachlose (Tirol); Volkshilfe Tirol; unicum:mensch (Tirol/Salzburg); Zentrum für MigrantInnen in Tirol

Kontakt

Andreas Exenberger, andreas.exenberger@uibk.ac.at

Tel.: 0660-8420103

Website: FFG Projekt Sozialroutenplan