e:m Band 2

Band 2: „Heimat, bist du reicher Töchter. Frauenarmut in Österreich“

e_m_band2Der Band geht auf ein interaktives Seminar zu Frauenarmut in Österreich zurück, das von 28. Februar 2005 bis 2. März 2005 in Innsbruck in Zusammenarbeit zwischen dem FWF Projekt „Option für die Armen“, dem Innsbrucker Bildungshaus „Haus der Begegnung“ und unicum:mensch abgehalten wurde.

Der Band geht Erfahrung, Ursachen und Bekämpfungsmöglichkeiten von Frauenarmut in Österreich nach. Nach einem Einleitungstext der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek finden sich vier Texte von betroffenen Frauen, anschließend drei Beiträge von Frauen, die in einschlägigen Institutionen und Projekten arbeiten und schließlich ein Text von zwei Wissenschafterinnen, der den Forschungsstand zusammenfasst. Der Umschlag des Bandes wurde vom italienischen Fotografen Luigi Caputo gestaltet.

Inhalt:
Elfriede Jelinek, Frauen
Angelina, Es war einmal…

Barbara Weber, Bericht aus den Gletscherspalten. Nach Kafka Marija Valudskyte, „ich bin optimistisch und glaube, dass ich aus der Armut herauskommen werde“
Brigitte, Geschichte einer allein erziehenden Mutter
Katharina Huber, Frauenarmut: Ein Blick in den Alltag einer Beraterin
Jasmin Alge und Doris Strauder, Die tägliche Arbeit. Ein Streifzug
Michaela Gründler, Aktive Frauen im Blätterwald
Karin Heitzmann und Michaela Moser, Frauenarmut: Ursachen und Perspektiven

100% des Verkaufspreises dieses Buches gehen in die Unterstützung von Frauen, die von Armut betroffen sind. Eine Initiative wird besonders gefördert: Projekt „Sozialroutenplanerin“.

Die Initiative ist aus einem interaktiven Seminar zur Frauenarmut in Österreich hervorgegangen. Vorbild ist die Taschenanwältin für Jugendliche in Innsbruck, die in der Sprache der Zielgruppe über Themen aufklärt, die junge Frauen und Männer tatsächlich betreffen. Es wird keine der vielen Hochglanzbroschüren entstehen, die allzu oft nur verstauben. Vielmehr werden von Armut betroffene Frauen als Expertinnen angesehen und in den Mittelpunkt gestellt.

Das Ziel ist es mit den Frauen eine Broschüre auszuarbeiten, die ihnen hilft, die behördlichen „Spießrutenläufe“ zu vereinfachen. Gerade das Verschickt-Werden von einer Einrichtung zur nächsten, die fehlende Zuständigkeit und oftmalige Inkompetenz bei fachlichen und rechtlichen Fragen in Institutionen und das nötige Zeitmanagement charakterisieren die Lebenswelt von vielen Frauen. Wissen die Frauen darüber Bescheid, was ihnen zusteht und wo sie welche Unterstützungen erhalten, so kann sich ihre Rolle von der Bittstellerin zur legitimierten Antragstellerin wandeln. Diese Informationen über ihre Rechte können den Frauen viel Zeit und Mühe ersparen. Die Spießrutenläuferin wird nicht nur zwischen rechtlichen und Soll-Bestimmungen unterscheiden und darauf aufmerksam machen wo man – unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Unterlagen – Unterstützungen aller Art (in den Bereichen Arbeit, Gesundheit, Gewalt etc.) erhalten kann.

Die Frauen bestimmen also die Inhalte der Broschüre selbst, sie haben die Erfahrungen und sind Profis im Umgang mit diesen Problemen. Das Projekt soll interaktiv arbeiten und damit das Selbstbewusstsein stärken – „WAS MIR ZUSTEHT, STEHT MIR ZU.“

Hier der link zum aktuellen Sozialroutenplan

Kontakt:
Teresa Waas
im Haus der Begegnung
Rennweg 12
6020 Innsbruck
0664/5846661
sozialroutenplan[at]unicummensch.org